Archive for Feb. 2011

Der Beweis ist erbracht: Geocacher sind schuld!

Zumindest dann, wenn man dem Jagdpächter in Telgte Glauben schenkt. Der sieht nämlich die seit 2009 stark vermehrten Wildunfälle, 48 an der Zahl, ganz klar im Zusammenhang mit nächtlichen Geocachern, die auf der Suche nach einem Nachtcache das Wild aufschrecken und somit dafür sorgen, dass es sich aus seinem Gebiet zurückzieht und am frühen Morgen, pünktlich zum Berufsverkehr, erst wieder zurückkehrt. Und dabei dummerweise eine Straße überquert :( .

So zu lesen in einem Artikel der Ahlener Zeitung von heute.

Bei den genannten Nachtcaches, von denen einer bereits archiviert ist, dürfte es sich wohl um die beiden hier handeln:

Klatenberge @ Night reloaded (GC1W3WW) – bereits archiviert

Telgtes Emsauen und Umgebung bei N8 (GC2KF74) – aktiv

Zugegeben, ich kenne mich nicht wirklich mit den Gegenheiten vor Ort aus, aber die vorgebrachte, ganz klare, Erkenntnis, dass der Übeltäter zweifelsfrei ausgemacht sei, verwundert mich ein klein wenig :( . Meiner bescheidenen Kenntnis nach verlässt das (Reh-)Wild doch ohnehin in der Dämmerung seinen angestammten Platz, um auf Nahrungssuche (auf den umliegenden Feldern) zu gehen. Und dabei ist es den Tieren reichlich egal, ob dazwischen nun eine Straße verläuft oder nicht.

So zumindest sieht es bei meinem Hin- und Rückweg in / von Richtung Arbeit aus, dort versammeln sich tagtäglich zahlreiche Rehe auf den der Straße angrenzenden Wiesen und Feldern. Und wenn ich davon ausgehen darf, dass sie dort eben nicht immer stehen, müssen sie wohl zwangsläufig wieder über die Straße zurück. Und in dieser Gegend gibt es nicht einen einzigen Nachtcache. Weder aktuell, noch früher!

Auch bei zwei Wildunfällen, an denen ich (und mein Auto) leider beteiligt waren :o , gibt es in der näheren und weiteren Umgebung keine Dose@Night, beide ereigneten sich in einem Radius von 5 km von meinem Wohnort.

Überhaupt, meines Wissens nach gibt es die Verkehrszeichen vom Typ 142-10 (Wildwechsel) schon deutlich länger als Geocaching, es wird also durchaus noch eine Vielzahl anderer Gründe geben, warum das Wild irgendwelche Straßen überquert. Wie also kommt man dazu, die beiden Nachtcaches als Verursacher auszumachen? Die Beweisführung, insbesondere im Hinblick auf das Wörtchen „signifikant“, hätte ich gerne mal gesehen. Ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren, aber dann bitte auch mit stichhaltigen Beweisen. Und so lange es die nicht gibt (bzw. ich sie nicht kenne), teile ich größtenteils die Meinung des Kommentarschreibers „Telgtekritisch“.

Ein kleiner Zusatz vielleicht noch: Nein, ich bin kein ausgewiesener Nachtcache-Fan und habe auch erst einen gemacht. Ich will also ganz sicher nicht Partei ergreifen für die ganze Nachtcacher-Fraktion und gegen die armen Jäger / Förster / Naturschützer. Aber solche Ruckzuck-Vorverurteilungen regen mich manchmal eben einfach auf …

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