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Meine Erfahrung mit der Firma Thiecom

So ein Jahr kann auch richtig schlecht beginnen, wie ich leider Anfang 2011 selbst feststellen musste: Ich machte nämlich den Fehler und bestellte Waren im Wert von 169,20 EUR bei der Firma Thiecom in Bremen :( . Eigentlich ja noch nicht wirklich verwerflich, aber im Nachhinein stellte sich schnell heraus, dass meine Hoffnung auf „… bei mir wird schon alles ordnungsgemäß funktionieren, nicht so wie bei den anderen, über deren negative Erfahrungen mit der gleichen Firma ich ausreichend gelesen hatte…“ zunichte gemacht werden sollte.

Nachfolgend nun die Geschehnisse in chronologischer Reihenfolge:

02. Januar 2011
Online-Bestellung von 10 Artikeln im Gesamtwert von 164,20 EUR zzgl. 5,00 EUR Versandkosten bei gleichzeitiger Online-Überweisung des Gesamtbetrages.

05. Januar 2011
Automatische Mail von Thiecom, „wonach meine Bestellung nun weiter bearbeitet werden würde“ (?). Erwartet hätte ich eigentlich eine Mail in der Form „Geld ist da, Ware wird verschickt“ :( .

07. Januar 2011
Telefonische Kontaktaufnahme (ich musste auch nur 8 x wählen!) mit Thiecom und Nachfrage, ob ich denn bei der „weiteren Bearbeitung“ meiner Bestellung irgendwie behilflich sein könnte. Schließlich ist das Geld längst angekommen, die bestellte Ware augenscheinlich an Lager (sonst hätte man mich über die Nichtverfügbarkeit informiert) und einem Versand dürfte demzufolge nichts mehr im Wege stehen.
Man teilt mir mit, dass man sich die Zusendung der o.g. Mail („…wird weiter bearbeitet…“) auch nicht so recht erklären könne, ebenso wie den bislang noch nicht erfolgten Versand an mich. Alle Artikel seien nämlich vorrätig und das Geld sei bereits am 04. Januar eingegangen.
Letzendlich sicherte man mir zu, dass das Paket noch heute auf die Reise gehen wird und kurz darauf erhielt ich eine automatische Mail, die den Versand bestätigte und zusätzlich noch eine händisch erstellte mit der DHL-Trackingnummer.

11. Januar 2011
Meine Packstation meldet den Eingang eines Pakets – na also :) !
Die Ernüchterung folgte jedoch sofort, als ich die Abmessungen des „Pakets“ realisierte: Es war weniger ein Paket, sondern nur ein etwas größerer Karton-Umschlag, in den der u.a. bestellte Frequenzzähler überhaupt nicht reinpassen kann! Und so war es auch: Das Ding (übrigens der teuerste Artikel (= 98,- EUR netto) bei der ganzen Bestellung!) war nicht dabei, trotzdem es auf dem Lieferschein vermerkt war.
Daraufhin reklamierte ich sofort per Mail und forderte eine umgehende Nachlieferung des Artikels mit Übersendung der neuen Trackingnummer.

Danach riss der „Funkverkehr“ ab :( . Nach dem 11. Januar liefen alle Kontaktversuche, sowohl per Mail als auch per Telefon, vollkommen ins Leere. Auf die eben genannte Reklamation erfolgte nie eine Antwort, telefonisch gelang es mir nicht, die Firma zu erreichen. Angeblich seien die Leitungen überlastet und eine freundliche Stimme vom Band empfahl mir, es doch später erneut zu versuchen. Das machte ich auch reichlich, ein Blick auf mein Handy (Flatrate sei Dank) zeigte mir später, dass ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je ca. 45 Anrufversuche getätigt hatte. Aber nix – kein menschliches Wesen nahm je den Anruf entgegen.

Könnte man die oben geschilderten Vorgänge noch mit „… nun gut, Thiecom ist nicht Amazon, möglicherweise haben die ihre Prozesse nicht so recht im Griff…“ abtun, wuchs in mir nun der Verdacht, dass man gerade versucht, mich zu verar***en. Thiecom hat seinen Teil des Vertrages nicht komplett erfüllt, ich reklamiere – und das wars dann. Keine Nachlieferung, keine Antwort, einfach nix! Und weil ich mich ungern verar***en lasse, waren nun Nägel mit Köpfen angesagt:

23. Januar 2011
Widerruf der kompletten Bestellung, Rücksendung der Ware (natürlich ohne den Frequenzzähler, denn den hatte ich ja nie erhalten) und Aufforderung, mir sowohl den Warenwert als auch die Transportkosten (der Hin- und Rücksendung), also insgesamt 175,10 EUR, bis spätestens 02. Februar 2011 auf mein Konto zu erstatten. Sollte der Betrag bis zu diesem Termin nicht bei mir eingegangen sein, behielt ich mir ausdrücklich rechtliche Schritte vor, es soll also niemand sagen, er sei nicht gewarnt gewesen :mrgreen: !

02. Februar 2011
Quod erat expectandum: Nix ist passiert, kein Geld, keine Mail, kein Anruf. Wohlan, dann geht es nun eben über den Rechtsweg, ihr habt es so gewollt!

05. Februar 2011
Beantragung eines Mahnbescheides über das Amtsgericht Mayen(nähere Infos über die Zuständigkeit der Gerichte und den gesamten Prozess gibt es unter www.mahngerichte.de). Insgesamt beläuft sich der Forderungsbetrag nun auf 204,27 EUR, darin enthalten sind neben der Hauptforderung (175,10 EUR) auch die Kosten für den Mahnbescheid (23,00 EUR), allgemeine Kosten (Porto, Papier usw., 6,- EUR) sowie die fälligen Zinsen, die freundlicherweise das zuständige Gericht selbständig draufschlägt (0,17 EUR).
Bedeutet im Klartext: Mit dem Mahnbescheid werden dem „Beklagten“, neben der eigentlichen Hauptforderung,  alle Kosten auferlegt, die der „Kläger“ mit dem ganzen Brimborium nun hat. Kurze Zeit nach der Beantragung des MBs erhält man von dem zuständigen Gericht eine Kostenrechnung über 23,00 EUR(die eigentlichen Kosten für den Mahnbescheid), nach deren Begleichung das Gericht den nächsten Schritt, nämlich die förmliche Zustellung des MBs, veranlasst.

16. Februar 2011
Der Mahnbescheid wurde der Firma Thiecom zugestellt. Freundlicherweise legt das Gericht mit der Info, dass der MB nun zugestellt wurde, auch gleich das Formular „Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids“ mit bei, mit dem man, bei Nichreagieren des „Beklagten“ (also Nichtzahlung), den Erlass eines VBs beantragen kann.

02. März 2011
Das Geld ist eingegangen, und zwar komplett :) ! Die Ware hatte ich zwischenzeitlich, nach dem Widerruf, bei einem anderen Händler bestellt und auch 3 Tage danach erhalten.

Fazit:

Zugegeben, ich bin ein ungeduldiger Mensch, der möglicherweise auch von der teils ultra-schnellen Bestellabwicklung anderer Online-Shops verwöhnt ist. Aber auch mir ist klar, dass es mitunter mal ein klein wenig ruckeln kann, wenn es dumm läuft. Und ebenso ist mir klar, dass auch durchaus Fehler passieren können – ärgerlich, aber kaum zu ändern.

Wo ich jedoch völlig haltlos werde ist dann, wenn ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass man gerade versucht, mich für dumm zu verkaufen. Ich habe mein Anliegen immer klar und unmissverständlich kommuniziert, genauso erwarte ich es auch von meinem Gegenüber. Ein Fehler mag zwar passieren, aber wenn erkennbar niemand daran Interesse hat, den Fehler auch zu beheben, dann werde ich grantig.

Letztendlich hat die Firma Thiecom für die ganze Geschichte ihr Lehrgeld bezahlt und ich habe das bekommen, was ich wollte: Meine bestelle Ware (von einem anderen Händler), mein Geld zurück (incl. aller Auslagen, die ich hatte) und auch ein kleines Stück Genugtuung, weil ich eben zum Schluß („hinten ist die Ente fett“) doch recht hatte :mrgreen: !

Auch wenn mich die Sache wohl ein paar Nerven gekostet haben könnte, war es trotzdem sehr lehrreich für mich, schließlich hatte ich bislang noch nie einen Mahnbescheid beantragt. Man lernt eben nie aus :) !

Wer übrigens denkt, dass die Firma Thiecom ein riesen Laden ist, der natürlich alle im Online-Shop angepriesenen Waren auf Lager hat, möge sich einfach mal bei Google StreetView die Örtlichkeit anschauen und danach seine eigenen Schlüsse ziehen.

Ich habe meine gezogen :wink:

Etagen-Abwahl im Fahrstuhl

So ein Aufzug ist ja schon was Feines: Knopf drücken, warten bis er kommt, ebenerdig rein, nochmal Knopf drücken, ebenerdig (ein paar Höhenmeter mehr oder weniger) wieder raus. Fertig! Und eigentlich auch ganz einfach  :) .

Eigentlich …

Dennoch fehlt in allen von mir bislang bestiegenen Aufzügen ein kleines und banales Feature:

Die Etagen-Abwahl!

In Zeiten, in denen man seine online bestellte Ware mehr oder weniger problemlos wieder zurückschicken darf, das Auto selbständig einparkt, bremst und sogar die Spur hält, oder hochgezüchtete Smartphones einem (und allen anderen) ungefragt mitteilen, wo man sich gerade befindet und was man genau dort tun kann, sollte es doch kein Problem sein, einen aus einer kleinen Unachtsamkeit entstandenen Fehler mittels eines einfachen Tastendrucks wieder rückgängig zu machen.

Ist es aber! Der gemeine Fahrstuhl von heute duldet kein Versehen – und macht unwiderruflich genau das, was ihm seine Benutzer aufgetragen haben :( .

Dabei ist es mittlerweile, je nach Lifthersteller und -typ, für einen Menschen normaler Größe fast unmöglich, in Eile und auf Anhieb die richtige Etage auszuwählen, weil sich vermutlich selbst Rollstuhlfahrer nach manchen Bedienfeldern noch bücken müssen. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte man da bei diversen Normen die Maßeinheit vertauscht und aus Kostengründen nie mehr revidiert :irre: .

Man schlurft also in die Kabine rein, möglicherweise noch mit allerhand Zeugs beladen, weiß ziemlich genau, wo man hin will – und drückt trotzdem die falsche Taste. Und weil heute ja alles auch irgendwie „stylish“ sein muss, signalisiert einem fortan ein roter LED-Kreis um eben genau diese Taste: Rien ne vas plus – gewählt ist gewählt – nichts geht mehr :o !

Unweigerlich wird man mit einer Zeitstrafe belegt, bestehend aus den drei Teilen „Tür auf“, „ewig warten“, „Tür zu“.

Manchmal hat man Glück und dem Fahrstuhl wurde, ergänzend zu der Europäischen Norm EN 81 über die „Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen“ noch ein eigener Knopf für das Schließen der Tür spendiert. Gefordert wird er nach der Norm nämlich nicht und befindet sich somit wahrscheinlich nur auf der ellenlangen Aufpreisliste der Lifthersteller. Immerhin könnte man damit, sofern vorhanden, den mittleren Teil der Zeitstrafe ein wenig abkürzen.

Zugegeben, die Abwahl-Taste könnte durchaus auch den Liftfrieden empfindlich stören, und zwar dann, wenn neu zugestiegene Fahrgäste klammheimlich die bereits gewählten Etagen der anderen Mitreisenden stornieren, um so schneller zum eigenen Ziel zu gelangen. Allerdings dürfte die Gefahr einer solchen unbemerkten Manipulation eher gering ausfallen, stiert doch jeder Fahrgast ohnehin meist nur das Display mit der aktuellen Etage, den Boden oder die Decke an. Man könnte also, ganz ohne aufzufallen und bei Kenntnis um die vorhandene Abwahl-Funktion, einfach seinen Blick stur auf das Bedienpanel richten und jeden Manipulator stante pede lautstark zurechtweisen und eine Korrektur einfordern. Möglicherweise würde dadurch auch etwas Schwung in das allzu oft öde und steril anmutende Liftklima einkehren :roll: .

Allzu große Hoffnung auf den besagten Knopf habe ich allerdings nicht, dafür habe ich schon zu viele Fahrstühle und bislang noch keinen einzigen Abwahl-Knopf gesehen. Und ein Spiegel-Artikel aus 2008 zeigt deutlich, dass sich seit damals auch nicht viel getan hat. Vielleicht sind die Fahrstuhlbauer auch einfach schon einen Schritt weiter in Richtung Zukunft und arbeiten aktuell an einem ganz anderen Button:

Der, den jeder von der blau-weißen Internetseite kennen dürfte und der die Aufschrift „I like this“ trägt :pfeif:

**Sorry, der Artikel sollte eigentlich nicht im Geoclub-News-Aggregator  auftachen. Normalerweise funktioniert das auch anhand der Kategorieeinteilung. Dieses Mal wohl nicht  :ups: **

Zensus 2011 – Dinge, die die Welt nicht braucht

War ja klar: Bei sämtlichen Gewinnspielen immer die Arschkarte, dafür aber jetzt bei der aktualisierten Ausgabe der „Volkszählung“ (auf modern getrimmt heißt es nun „Zensus 2011“) das große Los ziehen und zum Kreis der Zwangsbefragten gehören! Vielen Dank Schicksal  :motz: !

Die „Gewinnbenachrichtigung“ samt Terminankündigung, nicht personalisiertem Anschreiben und einem kleinen Faltblättchen, in dem die unbedingte Notwendigkeit einer solchen Zählung zu begründen versucht wird, lagen heute im Briefkasten. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich mir von Fremden ungern Termine aufdiktieren lasse, die sich dann auch noch in einem großzügigen Zeitfenster von 4 Stunden befinden, kann ich hinter der ganzen Sache, die sich mit geschätzten Kosten von rund  710 Millionen Euro im Staatshaushalt bemerkbar macht, ganz einfach nicht den Sinn erkennen. Oder wird mir der Staat eine Badewanne bezahlen und installieren, wenn ich angebe, dass in meinem Haushalt keine vorhanden ist :irre: ? Hat er aktuell wirklich gar keine Ahnung über die tatsächlichen Verhältnisse und regiert einfach nach Gutdünken? Es sieht zwar so aus, keine Frage, aber öffentlich eingestehen würde das doch sicher niemand.

Wie ich heiße, wo ich wohne, und was ich sonst noch an relevanten und nachzufragenden Daten bieten kann (Beruf, Familienstand, Schuhgröße, sexuelle Vorlieben, …), sollte sich doch mittlerweile bei den heimischen Ämtern und Behörden rumgesprochen haben. Wenn sogar die GEZ glaubt zu wissen, dass ich Fernseher und Radios zum Empfang vorhalte, dann kann sich das Einwohnermelde-, Finanz- und Gedönsamt ja schlecht noch ahnungsloser anstellen, oder?

Machen sie aber! Und wollen mir ca. 10 – 30 Minuten meiner kostbaren Zeit stehlen!

Bei einer simplen Anmeldung eines Nebenwohnsitzes hat man mir in der Vergangenheit sogar ungefragt und kostenpflichtig eine Mülltonne vor die Tür gestellt – die Kommunikation zwischen Amt und Abfallentsorger scheint also auf jeden Fall funktioniert zu haben :) .

Immerhin räumt man mir die Möglichkeit ein, sofern mir der angegebene Termin nicht zusagt, mit meinem Erhebungsbeauftragten ( :doh: ) einen neuen Termin zu vereinbaren. In „dringenden Fällen“ (was auch immer das sein mag) kann man sich sogar direkt an die jeweilige Erhebungsstelle wenden. Ganz am Puls der Zeit vorbei kann man dies allerdings nicht per E-Mail tun, sondern nur telefonisch. Glücklicherweise gibt der gute Mann nicht nur seine dienstliche Rufnummer, sondern seine private gleich noch mit an. Mal schauen, ob heute nach Mitternacht da noch jemand rangeht  :mrgreen:  (wäre das dann übrigens ein dringender Fall?).

Oder soll ich besser direkt bei Roderich Egeler, seines Zeichens Präsident des Statistischen Bundesamtes, der in der Vergangenheit mit seinem „Nebenjob“ als Bundeswahlleiter nicht gerade unumstritten war (hier und hier), meinen Unmut äußern?

Vielleicht könnte ich dort auch gleich mitteilen, dass mein Opa, dem man nun ebenfalls einen Fragebogen für Hausbesitzer zugeschickt hat, bereits seit einigen Jahren verstorben und sein Haus ordnungsgemäß und dokumentiert an die Erben übergegangen ist. Ich wüsste nicht, war er in der Sache noch antworten sollte :pfeif: ! Oder wäre das nun ein günstiger Zeitpunkt, für seine „Wiederbelebung“ zu sorgen, auf dass man von höchster Stelle die Rentenzahlung wieder aufnimmt :roll: ? Wie auch immer: Sein Fragebogen ist schon ordnungsgemäß wieder abgeschickt, und zwar über einen dieser großen blauen Plastikbriefkästen mit Deckel, die einmal im Monat überall am Straßenrand stehen :P .

Vielleicht (hoffentlich :mrgreen: ) brummen sie ihm ja ein ordentliches Bußgeld ob seiner Verweigerungshaltung auf – das könnte ein Riesenspaß werden  :hurra: !

Wer ebenfalls zu den Gewinnern gehört und seine Gewinnbenachrichtigung auch schon in der Post hatte: Hier gibt es neben weiterer Kritik an und Handlungsmöglichkeiten für den ganzen Mumpitz auch lustige Plakate, die nach genauerer Betrachtung vielleicht gar nicht mehr sooo lustig sind  :o

Meine 4 Favoriten (eigentlich wollte ich nur einen, aber ich konnte mich nicht entscheiden) sind übrigens:



Tanzverbot?

Als ich eben aus dem Autoradio das Wort „Tanzverbot“ während einer Nachrichtensendung vernommen hatte, wähnte ich mich zuerst im falschen Film, besser gesagt im falschen Land :o ! Ein kurzer Blick auf das Navigationsgerät und das Autoradio offenbarte aber: Es ist nicht Radio Bagdad, ich bin im Saarland, auf der Autobahn, auf dem Heimweg – also eigentlich alles richtig :) .

Drehen wir vorsichtshalber mal lauter, nicht dass ich mich später in Unkenntnis der Sache möglicherweise strafbar mache, wenn ich das ominöse Tanzverbot unvorsätzlich ignoriere, auch wenn eine Tanzveranstaltung, gleich welcher Art, heute gar nicht auf dem Programm steht. Aber man weiß ja nie, sicher ist sicher und Dummheit schützt vor Strafe nicht.

Nach ein paar Sätzen der freundlichen Stimme aus dem Radio war die Tanzverbot-Sache dann zwar aufgeklärt, aber meine Verwunderung über das, was ich dort aus dem Rundfunkempfänger vernommen hatte, war um so größer.

Denn demnach müssen Discotheken (oder andere Tanzveranstaltungsausrichter), sofern sie denn überhaupt an Karfreitag öffnen oder eine Veranstaltung abhalten, am Rande der Tanzfläche auf eben dieses Tanzverbot hinweisen oder die Tanzfläche in einer anderen Art und Weise, z. B. durch das Aufstellen von Stehtischen, unbrauchbar machen. Ich gehe mal stark davon aus, dass man sich mehrheitlich für die Stehtische entscheiden würde, denn ein „ACHTUNG! TANZVERBOT“ – Schild würde nicht nur selten dämlich aussehen, nein, es würde auch ganz sicher die ein oder andere Frage eines unkundigen Gastes aufwerfen, deren Beantwortung der Tanzveranstaltungsausrichter seinen Angestellten sicher nicht zumuten will  :irre: .

Wer mal einen Blick auf die unterschiedliche Handhabe (und Durchsetzung) des Tanzverbotes riskieren will, wird u. a. bei Wikipedia und den dort aufgeführten Quellen fündig.

Wer bitteschön hat sich denn diesen Mumpitz ausgedacht und auch noch in diversen Gesetzen und Verordnungen festgeschrieben? Als nachdenkender Mensch, ausgestatt mit einer leichten Neigung zum Hinterfragen, kann man über so ein Gesetz eigentlich nur den Kopf schütteln (aber bitte nicht mit langen Haaren, das könnte man schon als Tanz ansehen :wink: ).

Wem dient dieses Gesetz überhaupt? Haben die religiösen Fanatiker etwas davon, wenn an diesem Tag (und auch an anderen) die Disse leer bleibt? Ruhestörungen durch (zu) laute Musik werden auch an den nicht „stillen Tagen“ geahndet, das kann also schwerlich der Grund sein. Meinetwegen soll sich jeder, der in irgendeiner Art und Weise religiös ist (oder sich dafür hält, das dürfte die Mehrzahl sein), an diesem Tag in Sack und Leinen kleiden, die Rolladen runterlassen oder sein Haus dunkelgrau verhängen – so what? Jeder wie er will, solange er keinen anderen stört. Aber in gleichem Maße sollten dann auch diejenigen, denen der tiefere Sinn eines solchen Tages verborgen bleibt, bewusst oder unbewusst, ebenfalls die Freiheit haben, das zu tun, was sie eben tun wollen. Und sei es bloß Tanzen.

Falls es jemandem auf der Zunge liegt, nun mit den Worten „… wer den Feiertag nicht versteht (oder seinen Beitrag zur Kirche XY nicht mehr bezahlt), der sollte auch nicht arbeitsfrei haben!“ zu entgegnen dem sei gesagt, dass auch den Menschen, die an einem solchen Tag arbeiten (müssen), nicht die Möglichkeit eingeräumt wird, ihrer Tanzlust zu frönen. Diese Art der Argumentation zieht also nicht, noch nicht mal die Katze hinter dem Ofen hervor.

Mit Argumenten wird man in der Sache wohl ohnehin nicht weiter kommen, schließlich haben sich damit auch schon Gerichte beschäftigt – und entschieden, dass es am Karfreitag gefälligst still sein muss. Warum auch immer.

Ein Positives hat die ganze Angelegenheit aber, glaubt man diversen Usern in den einschlägigen Foren: Wer später tanzt, hat länger Zeit zum Saufen :) !

In diesem Sinne: :hurra:

Kann bitte mal jemand die Löcher stopfen?

Jedes Jahr das gleiche Drama:

Der Winter kam wieder so plötzlich, wider Erwarten lagen die Temperaturen größtenteils unter dem Gefrierpunkt und ebenso wider Erwarten zeigen sich Saarlands Straßen nach dem Verschwinden der Schneedecke nicht von ihrer besten Seite (mal ganz abgesehen davon, dass die besten Zeiten der Straßen generell schon lange vorbei sind, nicht nur nach dem Winter).

Schlaglöcher allüberall, wobei jedes einzelne wohl versucht, noch tiefer und größer als das benachbarte zu sein. Man könnte fast meinen, die Löcher veranstalten untereinander ihren eigenen Wettkampf.  Ganz gemeine Schlaglöcher glänzen aber nicht nur durch ihre Ausdehnung, sondern auch durch ihre Tarnung, die mancherorts so ausgefallen ist, dass es selbst dem geübten Autofahrer nicht gelingt, auszuweichen oder zumindest vorher die Geschwindigkeit von 30 km/h auf 5 km/h zu drosseln, damit der fahrbare Untersatz keine bleibenden Schäden davon trägt.

Und auch das ist jedes Jahr gleich: Die Jammerei über die Kosten für die Beseitigung.

Erst kürzlich wurde gemutmaßt, dass die Beseitigung der Schlaglöcher im Saarland rund 10 Millionen Euro kosten würde. Und dass das Saarland nicht in der Lage sei, diesen Betrag aufzubringen.

Wie es nun mit den Löchern und dem Unvermögen, das Geld zu besorgen, weiter geht, wurde nicht erwähnt. So als wäre das ja ganz normal und auch überhaupt nicht schlimm. Hat eigentlich nur noch die Bemerkung gefehlt, dass man durch die Buckelpiste einen Haufen Geld für die Verkehrsberuhigung (Schlaglöcher zum Aufkleben) eingespart hat.

Doch so sehr sich der Verkehr auch – gezwungenermaßen – beruhigen wird, die Fahrzeughalter und -führer werden dagegen ganz sicher umso lauter. Und das auch zu recht! Schließlich pumpen sie durch eine Vielzahl von Steuern und Abgaben unermesslich viel Geld in den Staatssäckel, der ohne diese Einnahmen vermutlich längst ein Vakuum gezogen hätte.

Dazu eine kleine Milchmädchenrechnung:

Ein Liter Super-Benzin kostet aktuell rund 1,48 EUR, ein Liter Diesel rund 1,32 EUR. In diesem Betrag sind geschlagene 89 Cent (Benzin) bzw. 68 Cent (Diesel) Steuern enthalten (Quelle: ARAL-Steuerrechner). Angenommen, der Anteil der Diesel-PKW wäre ebenso hoch wie der Anteil der Benziner (also jeweils 50 %), so müsste jede Fahrzeugflotte rund 5 Millionen EUR aufbringen, um das Loch (in der Kasse) bzw. die Löcher (in der Straße) zu stopfen.

Nehmen wir weiter an, dass alle Erwerbstätigen im Saarland (358.000 Stück, Stand 09/2010, Quelle) einen PKW mit einem vorsichtig geschätzten Tankinhalt von 40 Litern besitzen, diesen auch fahren und mehr oder weniger regelmäßig auch auftanken, dann lässt sich Folgendes feststellen:

Wenn am kommenden Montag jeder dieser PKW-Besitzer an die Tankstelle fährt, seinen Wagen volltankt und dafür auch brav an der Kasse bezahlt, dann entspricht das einem Volumen von jeweils 7,16 Millionen Liter Benzin bzw. Diesel. Die daraus resultierenden Steuereinnahmen betragen bei den Benzinern 6.372.400 EUR, bei den Dieseln 4.868.800 EUR.

Macht zusammen ca. 11,24 Millionen EUR. Und das bei nur einmal Volltanken!

Die Erbsenzähler werden jetzt natürlich bemängeln, dass die Steuer ja nicht dem Land zugute kommt, nicht alle Erwerbstätigen auch einen PKW besitzen und die Mehrzahl der Saarländer ohnehin im benachbarten Ausland tankt (womit sie natürlich auch recht haben :) ). Wie auch immer, wir wollen ja nicht päpstlicher als der Papst sein sondern nur mal eben grob annehmen. Außerdem haben wir bei der Rechnung ja noch einen Puffer von etwas über einer Million Euro, so dass nicht jeder seinen Tank bis unter den Rand füllen müsste. Es reicht, wenn die Zapfpistole mit dem üblichen „Klack“ das Ende des Tankvorgangs signalisiert :mrgreen: .

Und wenn mir jetzt noch jemand sagt, dass kein Geld mehr in der Kasse ist, um die Löcher wieder zu füllen, dann dreh‘ ich hohl :maul: ! Und werde beim nächsten Mal, wenn allerorten wieder über die Räum- und Streupflicht der Anwohner philosphiert wird, ganz unschuldig behaupten, dass ich zwar gerne Räumen und Streuen würde, mir allerdings das Geld für die Schneeschaufel und das Streusalz fehlt.

Vermutlich wird aber erst dann ein wenig Drive in die Schlagloch-Sache kommen, wenn die ersten Kinder plötzlich nicht mehr nach Hause kommen und als vermisst gemeldet werden :wallbash:

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