Kann man Geocachen auch verlernen?

Nachdem, was ich heute so erlebt habe, bin ich mir fast sicher, dass man es kann :doh: !

Angeregt durch das heute wehende, lauwarme Lüftchen (ist man ja gar nicht mehr gewohnt, nach gefühlten 5 Monaten der Eiseskälte) beschloss ich spontan, nach Feierabend auf dem Nachhauseweg noch die eine oder andere Dose am Wegesrand abzugreifen. Keine besonders anspruchsvollen Dinger, eher lässig und bequem. Also schnell in der Mittagspause die Koordinaten von 4 Caches nahe des Weges auf einem Zettel notiert (spontan Geocaches zu suchen bedeutet natürlich: Man hat die Koordinaten noch nicht im Gerät :( ) und auf den Abend gefreut, auf dass die Stückzahlen für Februar nach der ganzen Schneelethargie der letzten Wochen endlich mal in die Höhe schnellen.

Gegen 18:30 Uhr war es dann soweit: Es war bereits dunkel!

Nun gut, das ist es meistens, wenn ich nach Hause fahre (das Los der Spätaufsteher eben), aber das kam jetzt doch etwas plötzlich und unerwartet. Egal, was schert mich das fehlende Tageslicht, schließlich gibt es ja in allzeit bereiten Cachertasche diverses Geleucht, das auch die dunkelste Nacht zum Tag machen kann. Also auf zum Auto, Koordinaten eintippen.

Im Auto angelangt dann die nächste Überraschung: Der Zettel mit den aufnotierten Koordinaten war weg :( ! Einfach so! Eben noch in der Hosentasche, jetzt unauffindbar! Klarer Fall, der kann nur auf dem kurzen Weg zwischen Arbeit und Auto verschütt gegangen sein. Doch auch das erneute Abgehen der Strecke bis zum Schreibtisch verlief erfolglos, er war und blieb verschwunden :wallbash: . Ohne portables Internet steht man dann ja ganz schön blöd da. Und auf die Idee, den Rechner auf dem Schreibtisch einfach noch einmal anzuwerfen, bin ich in der Hektik gar nicht erst gekommen.

Glücklicherweise gibt es da einen guten Freund, dessen PC generell auf Dauerbetrieb geschaltet ist und der mir unterwegs schon oft aus der Patsche geholfen hat, als Operator sozusagen  :) . Doch bevor ich den nerve, fahre ich erst mal zu dem ersten geplanten Cache und melde mich dann von vor Ort, wer weiß, was bis dahin noch alles passiert?

Nach ca. 20 Minuten war ich dann in Cachenähe (dunkel konnte ich mich noch an den Ort erinnern) und schreibbereit. Wie erwartet mein Gesprächspartner samt PC und Internet ebenfalls. Sollte sich doch alles zum Guten wenden? Mitnichten! Als nächstes streikte mein GPS-Gerät, indem es sich einfach, nachdem ich es in die Hand genommen hatte, mit ein paar Schlieren auf dem Bildschirm verabschiedete und sich auch durch gute Worte, heftiges Schütteln und mehrmaliges Betätigen des Einschalters nicht mehr wiederbeleben ließ.

Sollten da etwa die Akkus …. ?

…ja, sie waren!

Nachdem ein paar neue Stromspender (was für ein Glück, dass ich die noch dabei hatte!) eingelegt waren, die unsägliche Koordinatentipperei endlich vollbracht war und mein Garmin mich in gewohnt stummer Manier des richtigen Weges wies, war ich kurz darauf am Final des ersten Caches (GC2XZ2 – Eppelborner Kohlelore) angekommen und es galt, einen Micro an einer ehemaligen Kohlelore zu finden, die man dort in Erinnerung an den Bergbau platziert hatte. Hört sich leicht an, war es aber nicht: Der Platz vor dem unmittelbar angrenzenden Einkaufszentrum, an dessen Parkplatzrand sich die Lore befindet, war fest in der Hand einer Muggel-Gruppe samt Proll-Autos, die sich dort zum abendlichen Stelldichein eingefunden hatte  :doh: .

Es empfahl sich also, einen kontrollieren Rückzug anzutreten und vorab den nächsten Cache im gleichen Ort, der ebenfalls auf meiner Liste stand, aufzusuchen, die Hierscheiderbachmündung (GC1VBE2). Leider ließ sich dort in der Nähe partout kein Parkplatz finden, so dass ich, mittlerweile schon ein wenig gefrustet, einen etwas längeren Fußmarsch als geplant in Angriff nehmen musste. Auch hier wollte ein Micro gefunden werden, und zwar an einer Stelle, an der ein unbedeutender Bach in einen anderen unbedeutenden Bach mündet, salopp gesagt. Doch während ich so durch den Ort spazierte und den Cache immer näher einkreiste, fiel mir schlagartig eine Note des Owners ein, die da lautete: „Die Herausforderung liegt darin den Zugang zu finden“.

Na prima, dachte ich mir, nix mit einfach einen Punkt abstauben und weiterfahren! So war es dann auch, denn ein Zugang wurde mir wirklich nicht offenbar, zumal ich mich in dem Ort nicht auskenne, es dunkel war und das bereits genannte Geleucht noch immer im Auto lag. Wäre ja auch zu einfach gewesen, gleich alles mitzunehmen. Die Herausforderung musste also für heute ungemeistert im Raum stehen bleiben und ich beschloss, mich wieder zum ersten Cache zu begeben, vielleicht waren die Jungs mit ihrem Stand-In ja mittlerweile fertig…

Sie waren es! Und damit hatte ich mein erstes Erfolgserlebnis für heute, um 20:30 Uhr (ursprünglich wollte ich mit allen vier Caches bis zu dieser Uhrzeit fertig und schon wieder zuhause sein) konnte ich meinen Namen im Logbuch verewigen :bravo: !

Der nächste Cache auf dem erweiterten Heimweg (GC2021X – Schaumbergblick) lag ein paar Kilometer entfernt in einem anderen Ort und ich befahl meinem Oregon, mich doch bitte dorthin zu navigieren, da ich zwar den Ort kannte, aber nicht wusste, wie man am einfachsten hingelangt.  Und das Gerät tat wie befohlen, zumindest bis zu dem Punkt, an dem das Befahren der Strasse verboten und schneebedingt auch gar nicht möglich war :hilfe: .

Sehr schön, ich wusste gar nicht, dass Garmin bei der Navigation auch gesperrte Feldwirtschaftswege mit einbezieht. Statt dem einfachen Weg war ich also gezwungen, den etwas längeren (dafür aber sicheren) Weg zu nehmen und war nach weiteren 15 Minuten im gewünschten Ort angelangt. Die Finallocation war aber dem Gerät, zumindest im Profil „Kfz-Navigation“, gänzlich unbekannt und in mir kam so ein Gedanke auf :o :

Sollte da etwa gar keine richtige Strasse …. ?

…nein, es gab keine!

Immerhin war der Weg geteert und ein Befahren erlaubt. Dafür war er aber nur mäßig bis gar nicht geräumt, und durch das Tauwetter der letzten Tage, verbunden mit den Minustemperaturen der letzten Nächte, stellenweise vereist, was ein Befahren bergauf nicht unbedingt einfacher machte. Oben auf dem Berg angelangt dauerte es dann eine ganze Weile, bis ich die Dose gefunden hatte (schönes Versteck übrigens!) und noch einmal mindestens genau so lange, bis der Logzettel endlich aus dem Behältnis gefummelt war. Er hatte es sich nämlich in der Plastikflasche (in dem breiten Teil) bequem gemacht und weigerte sich beharrlich, den Flaschenhals zu passieren :motz: . Nur unter Zuhilfenahme meines Multitools war er letztlich zu befreien und das zweite Erfolgserlebnis der heutigen Spontantour stellte sich ein.

Der dritte und letzte geplante Cache für heute (GC241NH – Historische Steine) war ein Nano bei einer ausgegrabenen Römer-Autobahn, der man für viel Geld ein schickes Glasdach und einige Tonnen Stahl als Gerüst spendiert hat.
„Oh Gott, ein Nano!“ dachte ich nur und hatte die berechtigte Befürchtung, dass dies mein zweiter Nicht-Fund werden würde.

Wider Erwarten verlief jedoch alles nach Plan und der Kleine war schnell ausgemacht :mrgreen: . Lediglich die XXS-Logbuchrolle durfte ich zweimal aufrollen, bis sie wieder auf ihren Platz passte.

Fazit:

  • Gerade dann, wenn es einfach erscheint, stellt man sich besonders dämlich dran
  • Eine geplante Stunde entspricht drei tatsächlichen
  • Cachelistings sind insbesondere dafür da, dass man sie auch liest
  • Bereits vor der Notwendigkeit, das GPS benutzen zu müssen, sollte man für aufgeladene Akkus sorgen
  • Koordinaten, auf einem Schmierzettel notiert, sind keine gute Idee
  • Die Taschenlampe in der Tasche (deshalb auch der Name!) ist besser als die Taschenlampe im Auto

Und beim nächsten Mal werde ich mir vorher überlegen, ob ich wirklich nach Feierabend unvorbereitet und spontan ein paar Caches heben will …

    • Elbe1
    • 23. Feb. 2010

    Hihi, das kommt mir irgendwie alles sehr bekannt vor. Auch dem Fazit stimme ich aus eigener Erfahrung voll zu.

    Happy Caching

    Kay

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