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Meine Erfahrung mit der Firma Thiecom

So ein Jahr kann auch richtig schlecht beginnen, wie ich leider Anfang 2011 selbst feststellen musste: Ich machte nämlich den Fehler und bestellte Waren im Wert von 169,20 EUR bei der Firma Thiecom in Bremen :( . Eigentlich ja noch nicht wirklich verwerflich, aber im Nachhinein stellte sich schnell heraus, dass meine Hoffnung auf „… bei mir wird schon alles ordnungsgemäß funktionieren, nicht so wie bei den anderen, über deren negative Erfahrungen mit der gleichen Firma ich ausreichend gelesen hatte…“ zunichte gemacht werden sollte.

Nachfolgend nun die Geschehnisse in chronologischer Reihenfolge:

02. Januar 2011
Online-Bestellung von 10 Artikeln im Gesamtwert von 164,20 EUR zzgl. 5,00 EUR Versandkosten bei gleichzeitiger Online-Überweisung des Gesamtbetrages.

05. Januar 2011
Automatische Mail von Thiecom, „wonach meine Bestellung nun weiter bearbeitet werden würde“ (?). Erwartet hätte ich eigentlich eine Mail in der Form „Geld ist da, Ware wird verschickt“ :( .

07. Januar 2011
Telefonische Kontaktaufnahme (ich musste auch nur 8 x wählen!) mit Thiecom und Nachfrage, ob ich denn bei der „weiteren Bearbeitung“ meiner Bestellung irgendwie behilflich sein könnte. Schließlich ist das Geld längst angekommen, die bestellte Ware augenscheinlich an Lager (sonst hätte man mich über die Nichtverfügbarkeit informiert) und einem Versand dürfte demzufolge nichts mehr im Wege stehen.
Man teilt mir mit, dass man sich die Zusendung der o.g. Mail („…wird weiter bearbeitet…“) auch nicht so recht erklären könne, ebenso wie den bislang noch nicht erfolgten Versand an mich. Alle Artikel seien nämlich vorrätig und das Geld sei bereits am 04. Januar eingegangen.
Letzendlich sicherte man mir zu, dass das Paket noch heute auf die Reise gehen wird und kurz darauf erhielt ich eine automatische Mail, die den Versand bestätigte und zusätzlich noch eine händisch erstellte mit der DHL-Trackingnummer.

11. Januar 2011
Meine Packstation meldet den Eingang eines Pakets – na also :) !
Die Ernüchterung folgte jedoch sofort, als ich die Abmessungen des „Pakets“ realisierte: Es war weniger ein Paket, sondern nur ein etwas größerer Karton-Umschlag, in den der u.a. bestellte Frequenzzähler überhaupt nicht reinpassen kann! Und so war es auch: Das Ding (übrigens der teuerste Artikel (= 98,- EUR netto) bei der ganzen Bestellung!) war nicht dabei, trotzdem es auf dem Lieferschein vermerkt war.
Daraufhin reklamierte ich sofort per Mail und forderte eine umgehende Nachlieferung des Artikels mit Übersendung der neuen Trackingnummer.

Danach riss der „Funkverkehr“ ab :( . Nach dem 11. Januar liefen alle Kontaktversuche, sowohl per Mail als auch per Telefon, vollkommen ins Leere. Auf die eben genannte Reklamation erfolgte nie eine Antwort, telefonisch gelang es mir nicht, die Firma zu erreichen. Angeblich seien die Leitungen überlastet und eine freundliche Stimme vom Band empfahl mir, es doch später erneut zu versuchen. Das machte ich auch reichlich, ein Blick auf mein Handy (Flatrate sei Dank) zeigte mir später, dass ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je ca. 45 Anrufversuche getätigt hatte. Aber nix – kein menschliches Wesen nahm je den Anruf entgegen.

Könnte man die oben geschilderten Vorgänge noch mit „… nun gut, Thiecom ist nicht Amazon, möglicherweise haben die ihre Prozesse nicht so recht im Griff…“ abtun, wuchs in mir nun der Verdacht, dass man gerade versucht, mich zu verar***en. Thiecom hat seinen Teil des Vertrages nicht komplett erfüllt, ich reklamiere – und das wars dann. Keine Nachlieferung, keine Antwort, einfach nix! Und weil ich mich ungern verar***en lasse, waren nun Nägel mit Köpfen angesagt:

23. Januar 2011
Widerruf der kompletten Bestellung, Rücksendung der Ware (natürlich ohne den Frequenzzähler, denn den hatte ich ja nie erhalten) und Aufforderung, mir sowohl den Warenwert als auch die Transportkosten (der Hin- und Rücksendung), also insgesamt 175,10 EUR, bis spätestens 02. Februar 2011 auf mein Konto zu erstatten. Sollte der Betrag bis zu diesem Termin nicht bei mir eingegangen sein, behielt ich mir ausdrücklich rechtliche Schritte vor, es soll also niemand sagen, er sei nicht gewarnt gewesen :mrgreen: !

02. Februar 2011
Quod erat expectandum: Nix ist passiert, kein Geld, keine Mail, kein Anruf. Wohlan, dann geht es nun eben über den Rechtsweg, ihr habt es so gewollt!

05. Februar 2011
Beantragung eines Mahnbescheides über das Amtsgericht Mayen(nähere Infos über die Zuständigkeit der Gerichte und den gesamten Prozess gibt es unter www.mahngerichte.de). Insgesamt beläuft sich der Forderungsbetrag nun auf 204,27 EUR, darin enthalten sind neben der Hauptforderung (175,10 EUR) auch die Kosten für den Mahnbescheid (23,00 EUR), allgemeine Kosten (Porto, Papier usw., 6,- EUR) sowie die fälligen Zinsen, die freundlicherweise das zuständige Gericht selbständig draufschlägt (0,17 EUR).
Bedeutet im Klartext: Mit dem Mahnbescheid werden dem „Beklagten“, neben der eigentlichen Hauptforderung,  alle Kosten auferlegt, die der „Kläger“ mit dem ganzen Brimborium nun hat. Kurze Zeit nach der Beantragung des MBs erhält man von dem zuständigen Gericht eine Kostenrechnung über 23,00 EUR(die eigentlichen Kosten für den Mahnbescheid), nach deren Begleichung das Gericht den nächsten Schritt, nämlich die förmliche Zustellung des MBs, veranlasst.

16. Februar 2011
Der Mahnbescheid wurde der Firma Thiecom zugestellt. Freundlicherweise legt das Gericht mit der Info, dass der MB nun zugestellt wurde, auch gleich das Formular „Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids“ mit bei, mit dem man, bei Nichreagieren des „Beklagten“ (also Nichtzahlung), den Erlass eines VBs beantragen kann.

02. März 2011
Das Geld ist eingegangen, und zwar komplett :) ! Die Ware hatte ich zwischenzeitlich, nach dem Widerruf, bei einem anderen Händler bestellt und auch 3 Tage danach erhalten.

Fazit:

Zugegeben, ich bin ein ungeduldiger Mensch, der möglicherweise auch von der teils ultra-schnellen Bestellabwicklung anderer Online-Shops verwöhnt ist. Aber auch mir ist klar, dass es mitunter mal ein klein wenig ruckeln kann, wenn es dumm läuft. Und ebenso ist mir klar, dass auch durchaus Fehler passieren können – ärgerlich, aber kaum zu ändern.

Wo ich jedoch völlig haltlos werde ist dann, wenn ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass man gerade versucht, mich für dumm zu verkaufen. Ich habe mein Anliegen immer klar und unmissverständlich kommuniziert, genauso erwarte ich es auch von meinem Gegenüber. Ein Fehler mag zwar passieren, aber wenn erkennbar niemand daran Interesse hat, den Fehler auch zu beheben, dann werde ich grantig.

Letztendlich hat die Firma Thiecom für die ganze Geschichte ihr Lehrgeld bezahlt und ich habe das bekommen, was ich wollte: Meine bestelle Ware (von einem anderen Händler), mein Geld zurück (incl. aller Auslagen, die ich hatte) und auch ein kleines Stück Genugtuung, weil ich eben zum Schluß („hinten ist die Ente fett“) doch recht hatte :mrgreen: !

Auch wenn mich die Sache wohl ein paar Nerven gekostet haben könnte, war es trotzdem sehr lehrreich für mich, schließlich hatte ich bislang noch nie einen Mahnbescheid beantragt. Man lernt eben nie aus :) !

Wer übrigens denkt, dass die Firma Thiecom ein riesen Laden ist, der natürlich alle im Online-Shop angepriesenen Waren auf Lager hat, möge sich einfach mal bei Google StreetView die Örtlichkeit anschauen und danach seine eigenen Schlüsse ziehen.

Ich habe meine gezogen :wink:

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