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Eigenbau-Rotisserie für den Weber Performer

Über kurz oder lang musste es ja so kommen 8) : Der erste Pimp-Wunsch für den Performer reifte kurz und schmerzlos während einer Spontan-Vergrillung heran und drängte auf baldige Umsetzung:

:yes: Eine Rotisserie, im Eigenbau :yes:  

Glücklicherweise gibt es dazu einige Freds in den einschlägigen Foren (z. B. hier und hier), so dass ich das Rad nicht komplett neu erfinden musste. Die Materialfrage (Edelstahl oder Alu) war schnell geklärt: In Ermangelung eines preiswerten und sofort lieferfähigen Dealers – ich bin ja generell ungeduldig, wenn ich etwas im Kopf habe – war Alu die erste bzw. einzige Wahl. Für halbwegs kleine Münze gibt es das im Baumarkt des geringsten Mißtrauens in allerlei Abmessungen zu kaufen. Ich entschied mich für 2 Streifen 1000 x 250 x 0,8 mm. Von der geringen Materialdicke war ich zwar nicht sonderlich angetan, aber erstens gab es im örtlichen Bauhaus nix anderes :( , und zweitens muss das flache Material später ja irgendwie rund werden, wobei der manuelle Aufwand im Verhältnis zur Dicke exponentiell ansteigt :wink: :

Und weil ein Meter nicht reicht, um den Weber-Kessel zu umrunden, müssen die beiden Blechstreifen aneinander gedengelt werden, in meinem Fall vermittels Nieten:

Danach geht es direkt zur Anpassung nach draußen, auf Rechnereien alleine sollte man sich da nicht verlassen. Schließlich soll das Ding später ja die Kugel exakt umschließen, nicht dass der Kessel noch falsche Luft zieht :wink: :

Zwei kleine Spanngurte (so kleiner Hobby-Kram genügt da völlig, die LKW-Dinger dürften etwas überdimensioniert sein) können dabei äußerst hilfreich sein, denn das Material ist trotz seiner geringen Dicke etwas widerborstig und will sich nicht kampflos biegen lassen.

Wenn nun korrekt maßgenommen wurde, sollte die Stelle, an der abschließend zusammengenietet werden muss, eindeutig feststehen und der entscheidende Arbeitsschritt kann vorgenommen werden. Aus dem Eckigen wird nun das Runde:

Idealerweise sollte das zweite Anpassen nun eine reine Formsache sein, denn durch das Vernieten steht der Rotissendurchmesser jetzt unweigerlich fest – da bewegt sich nix mehr:

Damit nun die Kesselerweiterung gleichmäßig aufliegt, empfiehlt sich das Anbringen von kleinen Winkeln im Innern:

Der richtige Abstand zwischen Winkel und Unterseite ergibt sich fast automatisch, denn durch die Plastikteile vom Deckelhalter geht es auf der Kesselseite (also links) des Performers ohnehin nicht allzu tief nach unten. Wir stellen fest: Passt  :hurra:

Der schwierigste Teil ist nun um, jetzt ist nur noch für eine anständige Spieß-Aufnahme zu sorgen. Dazu braucht es auf der einen Seite ein Loch ( idealerweise dort, wo die beiden Blechstreifen überlappen, da hat es mehr Material) …

und auf der gegenüberliegenden Seite einen Schlitz, damit die Grillgut-Montage auf dem Spieß nicht in Fummelei im Kessel ausartet:

Was jetzt noch fehlt ist der Motor, man will sich beim Grillen ja nicht überanstrengen :mrgreen: . Der Einfachkeit halber habe ich den Motor direkt am Ring befestigt, auf die Fertigung einer extra Halterung habe ich verzichtet:

Spieß (Edelstahl, Ø 10 mm, 70 cm lang) und Motor stammen übrigens von Hochwald-Grillgeräte, bei dem ich das Material am Samstag Nachmittag noch schnell abholen war. Wobei „schnell“ etwas übertrieben ist, denn was dort an feinem Grillzeug feilgeboten wird, kann durchaus einen längeren Aufenthalt rechtfertigen :pfeif: . So viele Grills und feinstes Edelstahl-Gewerk habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen :o !

Vom Anbringen der Griffe habe ich leider keine Bilder, aber das lässt sich auch einfach in Worte fassen: Markieren, Löcher bohren, nieten – gut ist :mrgreen: . Das vorläufige Endergebnis sieht dann so aus:

Soweit zur Pflicht, was nun unweigerlich folgen musste, war die Kür. Was hilft der schönste Kesselaufsatz, wenn er nicht taugt? Glücklicherweise befand sich in der Tiefkühltruhe noch ein ehemals freilaufendes Testhuhn, dass dort geduldig auf die Generalprobe wartete. Doch bevor die Madame auf das Karussell durfte, musste sie erst in die Maske:

Entgegen der vorherigen Vergrillungen auf dem Bierdosensitz entschied ich mich dieses Mal für den Magic Dust Rub, wenn schon getestet wird, dann richtig. Und weil Luft im Huhn langweilig ist, musste auch noch eine Füllung aus Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch rein. Nachdem das Zeugs gefühlvoll einmassiert, das Innenleben ordnungsgemäß verstaut und mit kleinen Holzspießen vor dem Rausfallen gesichert war, durfte die Fahrt endlich losgehen:

 

Die Temperatur lag während der folgenden 90 Minuten zwischen 200° C und 220° C:

Und weil es so schön ist, gibt es noch eine Seitenansicht von dem geheimnisvollen, silbrig glänzenden Etwas zwischen Kessel und Deckel:

Im Zieleinlauf hatte das Drehhuhn schon eine Maximalpigmentierung, was aber wohl hauptsächlich durch den im Magic Dust Rub enthaltenen Zucker zurückzuführen ist. Beim nächsten Mal muss ich da mit KT-Messung etwas wissenschaftlicher ran, bei dem heutigen Test galt die einfach Regel: 90 Minuten durchalten :roll: !

Das Tranchieren und das Freilegen der fertig gegarten Füllung ging relativ zügig vonstatten, die sensorischen Empfindungen waren einfach zu überwältigend, als dass man sich noch lange mit Fotos aufhalten wollte. Nicht dass später noch jemand sabbert :pfeif:

Das war es also, das „Erste Drehhuhn ever“, dazu noch der erste Lauf der Eigenbau-Rotisse 8) .

Ein bisken wird noch was verschönert (an dem Schlitz für die Spießaufnahme z. B., evtl. steht auch noch eine Lackierung an –> falls jemand weiß, ob der hitzebeständige Ofenlack von Dupli-Color auch auf Aluminium hält, bin ich für einen kurzen Hinweis dankbar), aber im Großen und Ganzen ist das Werk vollendet. Wollen wir hoffen, dass sich der Motor noch lange drehen möge …

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